Gesellschaftskritik, heute mal RL!

Ihr Lieben, ich finde diesen Artikel wichtig und treffend genug, um ihn Euch hier ans Herz zu legen. Viel mehr sage ich dazu nicht……..aber da es eine breite LGBT Gemeinde in Second Life gibt, hat er hier in meinem Blog durchaus seine Daseinsberechtigung.

Ist doch Privatsache?!

Schwule und Lesben kaufen Brötchen, fahren Rad, gehen zur Arbeit, in die Schule oder zur Uni, lesen Zeitung, haben manchmal Rückenschmerzen, besuchen das Schwimmbad, stöhnen über ihre Steuererklärung und machen Urlaub. Nur ihre Liebe und Sexualität unterscheidet sie von den meisten.

Ist doch Privatsache

Schwule bevorzugen Männer, Lesben interessieren sich für Frauen. Keine große Sache. Denkt man.

Sexualität ist doch eine Privatangelegenheit. Wer wen liebt, geht niemanden etwas an.“ Meistens soll so die eigene Offenheit und Akzeptanz bezeugt werden. „Ich hab nichts gegen Lesben und Schwule, aber müssen sie das so zeigen?“, heißt es dann manchmal weiter. Privatsache heißt in diesem Fall dann also, dass Lesben und Schwule sich doch bitte nicht zu oft outen, ihre Liebe nicht zu sehr öffentlich zeigen oder darüber sprechen sollten.

Dabei wird gern vergessen, dass Heterosexualität allgegenwärtig ist und heterosexuelle Menschen sich immer und überall outen. Meistens ist ihnen das nur nicht bewusst. Der Smalltalk mit dem Nachbarn, der Kollegin, dem Bäcker oder der Ärztin dreht sich um den Kinobesuch mit der Ehefrau oder den Urlaub mit dem Ehemann. Das Foto mit der Freundin beziehungsweise dem Freund steht sichtbar auf dem Schreibtisch am Arbeitsplatz oder ist das Hintergrundfoto auf dem Handy.

In der Raucherpause oder im Sportverein wird ohne Scheu erzählt, dass man ein Date hat, frisch verliebt ist oder sich gestritten hat, dass die Partnerin gern italienisch isst, man selbst aber eher vietnamesisch, oder der Partner für den Wochenendeinkauf verantwortlich ist, man selbst dafür aber bügelt.

Ganz selbstverständlich gehen heterosexuelle Paare auch Hand in Hand durch die Fußgängerzone, küssen sich in der U-Bahn oder rufen „Schatz“ durch den Supermarkt. Zeitungen, Magazine und Fernsehen berichten von den Liebeleien und Rosenkriegen der Stars und Prominenten, in keiner Übertragung der Nationalmannschaft fehlt der Kameraschwenk auf die Spielerfrauen.

Das ist natürlich vollkommen okay. Partnerschaft und Familie ist für viele eines der wichtigsten und alltäglichsten Themen. Und genauso selbstverständlich und unbefangen sollten Lesben und Schwule ihre Beziehungen und Liebe zeigen können.

Viele machen das auch zunehmend. Nur nicht immer und nicht überall. Was für Heterosexuelle unbewusst ist, ist für Lesben und Schwule eine bewusste Entscheidung. Schwule berichtigen die Taxifahrerin nicht unbedingt, wenn gefragt wird, ob man zur Freundin fahren würde. Lesben machen an der Hotelrezeption nicht zwangsläufig klar, dass sie ein Paar und keine Schwestern sind.

Unbefangen äußern, welche Promis man attraktiv findet, kommt nicht immer infrage. Gleichgeschlechtliche Paare checken vorsichtshalber die Umgebung, bevor sie sich zur Begrüßung küssen. Sie wissen genau, ob, wo und wann sie sich outen und wann lieber nicht. Sie befürchten nicht zu Unrecht, beleidigt, diskriminiert oder gar angegriffen zu werden, dass Familienmitglieder, Freunde, Kolleginnen nicht länger mit ihnen zu tun haben wollen, dass es heißt, sie seien eklig, krank oder unnatürlich.

Lesben und Schwule können nicht immer spontan und unbefangen sein, an jedem Ort, zu jeder Zeit. Die Notwendigkeit, sich zu kontrollieren, zeigt die Grenze gesellschaftlicher Akzeptanz und alltäglicher Gleichstellung. Diese Momente verdeutlichen, wie unselbstverständlich lesbisches oder schwules Leben nach wie vor in Deutschland ist.

Doch genau darum geht es. Angst- und diskriminierungsfrei, offen und sichtbar leben zu können. Keine große Sache also.

Eigentlich.

Weiter interessante Artikel rund um das Thema finden sie auf schoensein.info.

 

QUELLE: http://mediaplanet.welt.de/leben/ist-doch-privatsache

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